Hörminderung

Brille tragen – ganz normal! Die meist zu Grunde liegende Sehschwäche bedeutet in der Regel kein Stigma. Bei der Hörminderung – zumindest in der Selbstwahrnehmung – ist dies häufig anders.

Es entstehen Fragen:

  • bin ich meinen beruflichen und privaten Anforderungen noch gewachsen?
  • werde ich jetzt alt?
  • werde ich für dumm gehalten, weil ich aus akustischen Gründen vielleicht nicht immer alles mitbekomme?…


Das Selbstbild des rundum Perfekten wird auf einmal in Frage gestellt. Es entstehen Tendenzen, sich aus dem sozialen Leben zurückzuziehen.

Coaching hilft dabei:

  • die Veränderung wahrzunehmen und anzuschauen;
  • die Selbstklärung in Gang zu setzen: was bedeutet das jetzt für mich?
  • es zu integrieren und als zu sich gehörig anzusehen;
  • eventuell Gewohnheiten zu ändern;
  • (technische) Hilfsmittel zu begutachten;
  • Wege zu finden, sein Wohlbefinden zu verbessern z.B. Entspannungstechnik lernen.

… im sozialen Leben bleiben

Tinnitus

Ausgelöst durch eine Erkrankung in der frühesten Kindheit entwickelte sich bei mir eine Hörminderung mit einhergehenden Ohrgeräuschen: „Tinnitus“.

Da diese Situation für mich normal war, hat es mich nicht weiter in meinem Selbstverständnis tangiert, es gehörte einfach zu mir.

Aus heutiger Sicht habe ich ganz intuitiv mein Verhalten verändert, um diese gesundheitliche Gegebenheit auszugleichen:

  • sehr konzentriertes Zuhören
  • den Gesprächspartner anschauen, um so von seinen Lippen abzulesen
  • in der Schule, im Kino usw. möglichst vorne sitzen bzw. da sitzen, wo der Lautsprecher ist…

… mit Tinnitus leben lernen

… aus eigener Erfahrung

Ab dem Studium hatte ich zunehmend das Gefühl, im Seminar den Diskussionen akustisch nicht mehr folgen zu können. Dies führte dazu, dass ich an der Diskussion nicht mehr teilnahm bzw. mich nicht mehr traute, Fragen zu stellen. Beides entsprach nun wirklich nicht meiner Persönlichkeit. Hier musste sich was ändern.

Nach Rücksprache mit meinem Ohrenarzt habe ich mir daher die technische Hilfe „Hörgerät“ zugelegt.

Die Ohrgeräusche wiederum dienten mir zum Stressmanagement. Wenn sie sehr dominant waren, wusste ich, dass ich im Moment in keiner guten Lebenssituation war – dass ich mich überforderte.

Für mich bedeuten Hörminderung mit einhergehendem Tinnitus: ich bin kein perfekter Mensch und das ist auch gut so. Diese vermeintlichen Defizite haben mich das aktive Zuhören und Stressmanagement gelehrt. Durch sie kam ich zu der Aufgabe der Beratung als Vertrauensperson für Kolleginnen und Kollegen mit gesundheitlichen Veränderungen. Letztlich führte dieser Weg weiter zu Müller-LiVe.


… es ist gut, so wie es ist

Telefon: +49 (0)170 934 17 57
mueller-live@t-online.de